Gnackwatsch’n #117

Die Wahl steht vor der Tür – wir bitten zum Watschentanz!

 

Wenn der Sponti-Spruch, der den Gegensatz von erwünschter Nahrungsaufnahme und Menge der oralen Ausscheidung zum Inhalt hat, nicht schon so alt wäre, könnten ihn heute wieder viele auf ihren T-Shirts, Baseballkappen, usw. tragen. Angesichts des Wettstreits um das dumpfbackige WählerInnenpotential am äußersten rechten Rand, (der der Mitte immer ähnlicher sieht) agieren fast sämtliche Parteien in einer Weise, für die das soeben dem WählerInnenpotential attestierte Attribut noch viel zu harmlos ist. Dass sich der schmissige Strache und der zurückgekehrte Ingenieur der Wende Westenthaler in Sachen Höchstgebot der abzuschiebenden AusländerInnen nichts schenken werden, war spätestens nach Westenthalers Antrittsinterviews für alle klar. Soweit auch nichts Neues, und eigentlich schon politische Tagesordnung in Österreich. Dass aber auch die beiden Großparteien offensiv AusländerInnenfeindlichkeit säen, und an die niederen Instinkte der Bevölkerung appellieren, hat es so noch nicht gegeben. Stopp, Trottel! Freilich hat es das schon immer gegeben (remember Löschnak, Schlögl, …). Eine neue Qualität hat das Ganze wohl dadurch bekommen, dass jetzt alle mit der Sicherheit argumentieren, als höchstes Gut für den/die ÖsterreicherIn. Und während die ÖVP eh im Sinne der Nächstenliebe, ganz christlich-sozial, wieder einmal die Böcke von den Schafen trennt, und nur die Integrationsunwilligen sanktionieren will, dabei auch subtil vom Oberkardinal unterstützt wird, legt es die SPÖ ganz anders an.

Das, was sie über sechs Jahre hinweg dem Kanzler vorwarfen, praktiziert sie selbst und schweigt zu den Umtrieben, stimmt einer tendenz-rassistischen Gesetzgebung zu, und hofft dadurch ihre Regierungsfähigkeit zu beweisen. Auch die SPÖ kann abschieben, wir haben das in sechs Jahren Opposition nicht verlernt. Wieder einmal geht es um Machtgewinn um jeden Preis. Und wieder einmal wird versucht diesen unter den Paradigmen von Sicherheit und Wohlbefinden für uns, das wahre Volk, zu erlangen. Das hierbei Opfer zu beklagen sind, wird in Kauf genommen. Wo gehobelt wird, da fallen Späne, und die Wahrheit ist ohnehin eine Tochter der Zeit. Noch wäre es ja Zeit Signale zu setzen, um die Zahl jener, die kein Attribut vor sich herzutragen gewillt sind, eines Besseren zu belehren, und entscheidende Schritte der Abkehr von rassistischer Propaganda zu setzen.

Da damit aber einmal mehr nicht zu rechnen ist, und es ja durchaus als Ermahnung verstanden werden kann, bitten wir zum Watschentanz!

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