Ausstellungen

XX – Nine Budde & Barbara Hammer

6.6.2017, 17:00 Uhr - 6.6.2017, 21:00 Uhr
MEMPHIS

AUSSTELLUNG
7/6 — 6/7 2017

ERÖFFNUNG
6/6 2017 19h

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„Ich will Kunst machen, um Leute zum Lachen zu bringen“
Nine Budde

„Ich denke, ich wollte immer meinem Namen gerecht werden“
Barbara Hammer

Budde und Hammer. Zwei Namen, zwei Leben, zwei Frauen und 36 Jahre Unterschied. Beide sind ausgestattet mit einem willensstarken Sinn für weibliche Unabhängigkeit, für Emotionen und den Geist, performativ ihre Körper und Sprache mit einer selbstentworfenen Feminität zu verbinden. Hammer hätte eigentlich schon immer Buddes Idol sein sollen. Aber Budde wusste bis vor kurzem gar nichts von Hammers Kunst und Hammer hatte keine Ahnung von Budde.

Diese Ausstellung ermöglicht eine Begegnung zwischen Zweien, die sich sicherlich viel zu sagen hätten. Ein Gespräch zwischen zwei Zeitgeistern, die viele Jahre auseinander liegen und doch vieles gemeinsam haben. Ein fiktiver Briefwechsel zwischen zwei Freunden, die sich nie begegnet sind und somit ein Experiment, ihre Kunstwerke miteinander und gemeinsam für sich sprechen zu lassen.

Barbara Hammer ging als Pionierin des queer-lesbischen Experimentalfilms in die Geschichte des feministischen Kinos ein. Mit über 80 Werken hat sie an der Emanzipation lesbischer Lebensentwürfe, Liebe und Sexualität mitgewirkt. 1939 in Hollywood geboren als Enkelin von D.W. Griffiths Koch, setzte sie den vorherrschenden männlich und heterosexuell geprägten Filmsprachen ab 1968 Alternativen entgegen. Oft betrat sie dabei mit ihren Themen und Erzählformen ebenso wie mit ihren ästhetischen Experimenten Neuland. Es ist ein Werk, das fast fünf Dekaden lang immer wieder überraschte und in gesellschaftlichen Klischees und Konventionen kein Zuhause fand, auch nicht finden wollte.

Nine Budde ist 1975 in Freiburg im Breisgau geboren. Seit Ende der 90er Jahre produziert sie ortsspezifische und soziale themenbezogene Fotografien, Videos, Performances und Installationen. Ihre ersten Arbeiten sind von einem ähnlichen Sinn für Humor, von Rollenspielen, performativen Gesten und einer queeren Lesart sexueller und politischer Geschichte geprägt wie Barbara Hammers frühe Filme. Beide verhandeln die Wahrnehmung des weiblichen Körpers auf ihre ganz eigene Art, stets ebenso neugierig wie freimütig im Umgang mit der Kamera und dem, was sie einfängt. In ihren späteren Arbeiten setzen sich beide auf intime Weise mit Tod und Krankheit auseinander und widmen sich parallel in Dokumentarfilmen dem Neuerzählen kulturhistorischer Biografien.

Die Ausstellung XX besteht auf den inspirierenden Wert von Barbara Hammers früher Arbeit. Trotz wiederholter Kritik seitens radikaler Feministinnen haben Hammers Ideen und Taktiken der 70er und 80er Jahre überlebt und inspirieren nach wie vor junge Künstler von heute. XX ist eine kleine Hommage an dieses Generationen übergreifende Verständnis, das Budde und Hammer mit vielen weiblichen und feministischen Künstlern in aller Welt teilen. Wie ein Brief aus der Vergangenheit erinnert uns XX daran, dass viele Anliegen und Fragen, mit denen sich Barbara Hammer früher auseinandersetzte, heute noch immer so relevant sind wie vor 30 Jahren—ganz unabhängig von Alter und Geschlecht.

Text: Jens Maier-Rothe

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MEMPHIS
Untere Donaulände 12
4020 Linz
office@memphismemph.is
www.memphismemph.is

ÖFFNUNGSZEITEN
Mo, Di, Do & Fr 13h — 18h

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