Literatur

Open Air Lesungen mit Doris Knecht und Tamara Imlinger

11.6.2021, 19:00 Uhr - 11.6.2021, 22:00 Uhr (ics/ical Kalender Download)
Schaugarten Messner

Open-Air-Lesung

Doris Knecht
weg
In ihrem 5. Roman „weg“ schickt die österreichische Schriftstellerin und Kolumnistin Doris Knecht ein ungleiches Paar auf eine ungewöhnliche Reise: Die verzweifelte Suche nach dem einzigen, was Heidi und Georg miteinander verbindet, nämlich die gemeinsame 23-jährige Tochter Charlotte, wird zu einem Ausflug in die Vergangenheit und ihre kurze Zeit zu zweit  zu einem Selbstfindungstrip zweier unterschiedlicher Personen, deren Wege sich vor langer Zeit getrennt haben.
Dabei ist „weg“ aber auch eine Art Roadnovel, „ein Stück Zeitgeist und Spiegel der Gesellschaft samt ihren Phänomenen“ (Rudigier, Raffaela in: Kulturzeitschrift vom 10.3.2019), ein Roman der Gegensätze: Heidi, die kleinbürgerliche Vorstadtdame aus der „piefkinesische[n] Wisteria-Lane“ (Köppel, Barbara in: FM4 vom 17.3.2019) und Georg, der „Bobo-Wirt[…]“ (ebd.) aus dem Kamptal, diese zwei „‘schicksalsprivilegierten‘ Protagonisten“ (Ender, Stefan in: Falter vom 15.3.2019) mit ihren First-World-Problemen sind in einem Gebiet, in dem große Teile der Bevölkerung tagtäglich ums Überleben kämpfen müssen . Sie befinden sich in einer Mischung aus Vorwürfen, Sorgen um das gemeinsame Kind und Selbstzweifel. Und dazu die Frage: „Wie kann man je Vorbild sein, wenn man selbst nicht weiß, wie das geht, das Leben?“ (Köppel, Barbara in: FM4 vom 17.3.2019)

Doris Knecht, geboren 1966 in Vorarlberg, arbeitet seit über 30 Jahren als Redakteurin, Journalistin und Kolumnistin. Ihr erstes Buch, der 2011 erschienene und für den Deutschen Buchpreis nominierte Roman „Gruber geht“, wurde 2015 verfilmt, das 2017 erschienene „Alles über Beziehungen“ war nominiert für den Österreichischen Buchpreis. 2018 erhielt Doris Knecht den Buchpreis der Wiener Wirtschaft. Ihre Kolumnen erscheinen regelmäßig im Falter, im Standard-RONDO und in den Vorarlberger Nachrichten, daneben in Skylines und Railaxed.
Sie lebt mit ihrer Familie in Wien und im Waldviertel.
Mit ihrem neuen Roman wollte die Autorin „mal raus aus der Wien-Waldviertel-Blase, in der meine Bücher sonst immer spielen“ (Doris Knecht, zit. in: Köppel, Barbara in: FM4 vom 17.3.2019).
Deshalb verfrachtete sie die beiden Romanhelden in „weg“ kurzerhand ins fernöstliche Vietnam und nach Kambodscha.
Dorthin führt sie die Spur zu ihrer verschwundenen Tochter Charlotte. Die ist bei ihrer Mutter in einem Reihenhäuschen Nähe Frankfurt aufgewachsen, studiert jetzt aber in Berlin. Nachdem Heidi, die Mutter, sie nicht mehr erreichen kann, alarmiert sie den biologischen Vater Georg, den sie jahrelang nicht mehr gesehen hat. Denn ‚Lotte‘ braucht ihre Medikamente: Seit ihrem 17. Lebensjahr leidet die junge Frau nämlich an einer drogeninduzierten Psychose, und ohne Medikamente läuft sie Gefahr, ihr fragiles seelisches Gleichgewicht wieder zu verlieren.
Georg, mittlerweile Inhaber eines Gasthauses im Waldviertel, verheiratet und Vater von drei weiteren Kindern, und Heidi, die in ihrer Kleinstadt-Idylle knapp vor der nächsten Trennung steht, haben sich in den Jahren Funkstille nicht vermisst: Nach einem kurzen Techtelmechtel in ihrer ‚wilden Zeit‘ in Wien, in der auch Töchterchen Charlotte entstanden ist, sind beide getrennte Wege gegangen.
Der Roman behandelt auch die gemeinsame Vergangenheit der beiden recht widersprüchlichen Individuen, die „sich selbst am meisten im Weg stehen“ (Rudigier, Raffaela in: Kulturzeitschrift vom 10.3.2019) , es geht in oft rasantem Tempo ums Erwachsenwerden, ums Festhalten und Loslassen in einer Eltern-Kind-Beziehung und um „die großen Fragen moderner Individualisten: um ihre Lebensmodelle, Lebenslügen, Lebensträume“ (Teutsch, Katharina in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11.4.2019).

Zur Autorin:

Tamara Imlinger, * 1985, lebt in Oberösterreich, hat vor drei Jahren während ihrer Bildungskarenz in Leipzig begonnen, das literarische Schreiben zu lernen und dann an der Leondinger Akademie für Literatur teilgenommen. Seither arbeitet sie an einem Roman – mit dem Arbeitstitel „Die Thermosflasche“. Ein Auszug daraus ist im Dezember 2020 in der Online-Publikation WeissNet der IG Feministische Autorinnen erschienen. Ebenfalls 2020 landete der Prosatext “Drei Häuser am Waldrand” auf der Shortlist des Kurzgeschichten-Wettbewerbs Wortlaut von Radio FM4. 2021 startet Tamara Imlinger mit “Das Eichhörnchen” ein Kolumnenformat über Tiere in den Bergen und Menschen – in der Zeitung des Kulturvereins waschaecht Wels. Außerdem konzipiert sie zurzeit gemeinsam mit der pädagogischen Vermittlerin Christa Memersheimer das partizipative Workshop-Format “Schreib mir eine Karte!” Literarisches Schreiben wird dabei niederschwellig vermittelt: Teilnehmer*innen erkunden die Umgebung, bekommen Inputs zum Schreiben, v.a. zum Machen “literarischer Fotos”, schreiben kurze Texte (Miniaturen) auf Blanko-Postkarten und versenden sie, per Post und via Instagram.

Tamara Imlinger ist außerdem Musikerin (und spielt Klavier, Orgel und Melodika u.a. beim GIS Orchestra, früher bei Skaputnik, dort hat sie auch viele Songtexte geschrieben), Redakteurin für die KUPFzeitung, freiberufliche Historikerin und pädagogische Vermittlerin, u.a. im Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim.

 

Zu ihrem Schreiben:

Tamara Imlinger zeigt in präziser, klarer Sprache Szenarien des 21. Jahrhunderts. Ihre Texte laden zum Wechseln von Perspektiven und Formulieren von Fragestellungen ein. Dazu setzt sie teils surreale Elemente ein.

Die Kurzgeschichte “Drei Häuser am Waldrand” handelt vom Mitbekommen von häuslicher Gewalt, besteht zu einem großen Teil aus Dialogen und setzt sich damit auseinander, wie verschiedene Rollen und Instanzen unserer Gesellschaft interagieren – von Nachbar*innen über Vermieter*innen zur Exekutive und den Medien. Der Kurzprosatext “Das Menü” erzählt von einer Protagonistin, die sich an Koch-Gewohnheiten ihrer Großmutter erinnert und nicht umhin kommt, über Bezüge zum Alltag im Nationalsozialismus in Oberösterreich nachzudenken. Der Kolumnentext “Das Eichhörnchen” zeigt Begegnungen mit Tieren und Menschen auf der Geißwand und dem Fahrnaugupf im Salzkammergut.

“Die Thermosflasche” ist Tamara Imlingers aktuelles Romanprojekt. Sie liest einen Auszug aus dem laufenden Prozess. Die Ich-Erzählerin Hilda Flussmeier arbeitet als Journalistin und besucht ein zehntägiges Seminar zum Thema Achtsamkeit, bei dem durchgängig geschwiegen wird. Sie ist gut darin, kritische Fragen zu stellen. Das tut sie auch während dem Seminar: Wieso sich freiwillig Regeln unterwerfen? Gibt es einen freien Willen? Wer spricht und wer schweigt im 21. Jahrhundert worüber?

 

Mehr Informationen: https://www.eventim-light.com/at/a/5ffc04ac8f154f653b5f36d6/e/607707e1c7df233241c4719a/
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