Literatur

Open Air Lesung und Talk mit Eva Schörkhuber (“Die Gerissene”), Florian Klenk & Florian Scheuba (“Sag du, Florian”)

16.7.2021, 19:00 Uhr - 31.7.2021, 11:41 Uhr (ics/ical Kalender Download)
Biohof Huber zu Gunersdorf

“Sag du, Florian …”

Florian Klenk & Florian Scheuba

Open Air-Talk am Biohof Huber zu Gunersdorf

Der Investigativ-Journalist und der Investigativ-Kabarettist in einem gemeinsamen Open Air-Gespräch im Garten der Geheimnisse in Stroheim über die politische Realität unseres Landes. Scheuba und Klenk forschen nach, welche Spuren die Einschränkung der Grundrechte in unserem Land hinterlassen haben und welche anderen Spuren dadurch möglicherweise verwischt wurden. Sie lassen pointiert die größten Korruptionsskandale der letzten Jahre Revue passieren, entdecken dabei überraschende Verbindungen, absurde Zusammenhänge und merkwürdige Zufälle.

Und zeigen auf, warum man hierzulande oftmals mit einem Geständnis am besten davonkommt.

Florian Klenk, Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung Falter, wurde bereits mehrfach für seine journalistische Aufdeckungsarbeit ausgezeichnet. Bekannt ist er für seinen investigativen Journalismus zum Thema Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Menschenhandel und Missstände im Justiz- und Polizeiapparat.

 

Florian Scheuba ist mehrfach preisgekrönt und seit vielen Jahren als Kabarettist, Autor und Schauspieler bekannter und erfolgreicher Satiriker. In der Form des investigativen Kabaretts beschäftigt er sich in seinen Programmen, Kolumnen und Büchern seit Jahren mit der österreichischen Gesellschaft, Politik und Realität.

Mira ist eine Ausreißerin, die das Dorfleben nicht mehr ausgehalten
hat. Als sie nach Marseille trampt, wird sie dort gleich mal bestohlen
und landet ohne Papiere als Gestrandete im Gefängnis: ein
denkbar schlechter Start in die Freiheit und Unabhängigkeit. Doch
schon bald findet sie Zugang zur jungen politischen und kreativen
Szene der Stadt und beginnt sich mit dem Upcycling weggeworfener
Kleidung selbst einen Namen zu machen. Ihr schneller
wirtschaftlicher Erfolg ist ihr ziemlich egal, denn eigentlich will sie
etwas verändern in der Welt. Kurzerhand besteigt Mira ein Fährschiff
und überquert das Mittelmeer nach Oran. Bei ihrer Ankunft
ist sie überwältigt von all den Stoffen und Farben, den wallenden,
fast alles verdeckenden Kleidungsstücken. Sie freundet sich mit
Mayya an, bei der sie in den ersten Wochen wohnen kann und
die ihr hilft, sich im männerdominierten Algerien zurechtzufinden.
Als eine Art revolutionärer Akt beginnt Mira, heimlich aus
Djellabas zunächst Miniröcke und dann Taschen zu fertigen und
unter die Menschen zu bringen, die so nun in der Öffentlichkeit
kurze Röcke tragen können. Wieder floriert das Geschäft. Doch
abermals muss Mira erkennen, dass die kleine »Freiheit«, die sie
den Frauen und Männern mit ihren Minirocktaschen gibt, nichts
verändert. Eine abenteuerliche Fahrt durch die Sahara bringt sie
in das Flüchtlingscamp einer internationalen Hilfsgemeinschaft
und später weiter nach Havanna, wo sie erkennen muss, dass Kuba
längst kein sozialistisches Tropenparadies mehr ist, sondern tiefschürfende
soziale Unterschiede vorherrschen. Zusammen mit
Gleichgesinnten gründet sie eine neue aufständische Bewegung.
Wieder stehen Mira aufregende und gefährliche Zeiten bevor …
Eva Schörkhubers Mira ist eine ambivalente Figur – sie zeigt
sich bestehenden Verhältnissen gegenüber einerseits kritisch und
widerständig, versucht Missstände aufzuzeigen und ernsthaft zu
verändern, ist dann aber auch wieder Mitläuferin, die vor allem auf
ihren eigenen Vorteil bedacht ist. Es fällt ihr leicht, sich durchzuschlagen
und mit den an den verschiedenen Orten vorherrschenden
Umständen umzugehen und sich als »die Neue« einzufügen,
die dennoch stets am Rand bleibt. Ständig bereit, alles wieder hinter
sich zu lassen und erneut aufzubrechen. Sie ist widerständig aus
Zufall, vorlaut aus Verlegenheit und angepasst aus Fremdheit.
Ein Roman mit feiner Ironie und sprachlicher Finesse, der sich
mit dem Status quo nicht zufrieden gibt und eine zeitgenössische
Schelmin zur Hauptfigur macht.

Eva Schörkhuber, 1982 in St. Pölten geboren, aufgewachsen in Oberösterreich.
exil-literaturpreis 2012, Theodor-Körner-Preis 2013, Buchprämie
der Stadt Wien 2015, author@musil in Klagenfurt 2020. Literaturwissenschaftliche
Promotion über Archiv- und Gedächtnistheorien. Lebt und
arbeitet in Wien. Konzeption und Durchführung der Wiener Soundspaziergänge.
Redaktionsmitglied bei PS – Politisch Schreiben und Mitglied
im Papiertheaterkollektiv Zunder.

Mehr Informationen: https://www.eventim-light.com/at/a/5ffc04ac8f154f653b5f36d6/e/607c6b4be19f0356867cab17/
Produkt zum Warenkorb hinzugefügt!
0 Artikel - 0,00