Literatur

Nava Ebrahimi – Lesung

13.10.2021, 19:30 Uhr - 30.11.2021, 00:52 Uhr (ics/ical Kalender Download)
RÖDA Steyr

In ihrem zweiten Roman „Das Paradies meines Nachbarn“ schickt die in Teheran geborene und in Graz lebende Autorin Nava Ebrahimi zwei ungleiche Männer mit iranischen Wurzeln von Deutschland in eine für sie fremde Welt. Ali Najjar war als Vierzehnjähriger vom Iran, wo er als Kindersoldat im Ersten Golfkrieg eingesetzt worden war, nach Deutschland geflüchtet. Mittlerweile ist er ein erfolgreicher Mittvierziger und Kreativ-Chef einer Design-Agentur in München – und der neue Chef von Sina. Sina ist in Deutschland geboren, seine Mutter war alleinerziehend, vom persischen Vater hat er nur den Namen bekommen. Er ist mäßig glücklich verheiratet und gerade in einer Art Midlife-Crisis.

Nach dem Tod von Ali Najjars Mutter in Teheran bekommt der Sohn eine Nachricht von einem Unbekannten. Ali-Reza entpuppt sich als der persische Stiefbruder, der, ungefähr im gleichen Alter wie Ali Najjar, ebenso als Kindersoldat im Krieg war. Ali-Reza hatte jedoch weniger Glück: Er kam schwer traumatisiert aus dem Krieg zurück, Ali Najjars Mutter kümmerte sich bis zu ihrem Tod um Ali-Reza, der seit seiner Rückkehr im Rollstuhl sitzt.

In dem Brief bittet der Iraner Ali-Reza den Exil-Iraner Ali Najjar um ein Treffen in Dubai, da er ihm einen Brief der Mutter überreichen möchte. Und so machen sich Ali Najjar und Sina auf den Weg nach Dubai, in die Fremde, aber auch in ihre Vergangenheit. Auf dieser Reise lernen sie zudem das Fremde in ihnen selbst kennen.

Nava Ebrahimi, geboren 1978 in Teheran und aufgewachsen in Köln, erzählt in ihrem zweiten Roman auf einfühlsame Weise „über Söhne und ihre Mütter, die Opfer der Liebe und über die Verantwortung, etwas aus seinem Leben zu machen“ (Angela Wittmann in: Brigitte vom 15.07.20, zit. in: Randomhouse). Nava Ebrahimi studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln, arbeitete als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland und bei der Kölner StadtRevue. Seit 2012 lebt sie in Graz. Ihr Debütroman „Sechzehn Wörter“ (2017) erhielt den Österreichischen Buchpreis in der Kategorie „Debüt“.

Mehr Informationen: https://röda.at/
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