Literatur

Lesung und Gespräch mit David Fuchs

8.9.2021, 19:00 Uhr - 3.12.2021, 20:42 Uhr (ics/ical Kalender Download)
Biohof Huber zu Gunersdorf

In seinem neuen Roman „Leichte Böden“ beschäftigt sich David Fuchs mit dem Thema des Älterwerdens.
Biologielehrer Daniel will seinen – seiner Meinung nach – hilfsbedürftigen älteren Verwandten helfen. Sind sie stur, weil sie seine Hilfe nicht annehmen wollen? Oder hat Daniel eine falsche Vorstellung von Hilfe und Hilfsbedürftigkeit?

Mit Empathie und Feinfühligkeit, aber auch mit der nötigen Portion Humor nähert sich der Linzer Onkologe und Palliativmediziner einem topaktuellen Thema, das in unserer Gesellschaft noch immer als Tabu behandelt wird – obwohl es jede und jeden von uns früher oder später betrifft: „Was passiert mit uns, wenn wir alt werden?“ (Fuchs, David: Website)

David Fuchs, geboren 1981 in Linz, ist ausgebildeter Facharzt für Innere Medizin in Linz. Seine Spezialgebiete sind Onkologie und Palliativmedizin.
Sein Roman „Bevor wir verschwinden“ gewann im Jahr 2018 etliche Literaturpreise.
Für seinen zweiten Roman „Leichte Böden“ verarbeitet er unter anderem eigene Erfahrungen mit dementen Menschen aus dem Krankenhaus (vgl. Volksblatt vom 11.3.2020).

Darin hat es David Fuchs‘ Protagonist Daniel alles andere als ‚leicht‘, als er seinen Verwandten auf dem Land einen kurzen Besuch abstatten will.
Daniel ist erschüttert: Die alte Tante Klara kümmert sich allein um den dementen Onkel Alfred und den Nachbarn Heinz, der nach einer Kehlkopfkrebserkrankung nur noch mittels Sprachcomputer kommunizieren kann.
Entschlossen, Klara zu entlasten und die Alters-Wohngemeinschaft zu unterstützen, bleibt Daniel, anstatt wie geplant mit seinem bei der Tante untergestellten Porsche ins Sabbatical zu rauschen.

Doch Daniel ist nicht gewappnet für das, was ihn in der WG erwartet: Raue Töne statt Dankbarkeit, seine gut gemeinten Ratschläge werden als Vorwürfe aufgefasst, die Hilfe als Eingriff in die Selbstbestimmung (vgl. Fuchs, David: Website) und dazwischen: Unausgesprochenes, das „schwer in der Luft liegt“ (vgl. ebd.), verdrängte Wünsche, der Wunsch nach Würde und Selbstbestimmtheit im Alter.
Und dann ist da ja auch noch Daniels Kindheitsfreundin Marie, Heinz‘ Tochter, die ein Geheimnis mit sich trägt…

Die Pattsituation, in der sich nicht nur Daniel, sondern alle agierenden Personen befinden, wird von David Fuchs teils tragikomisch, teils feinfühlig, aber auf jeden Fall realistisch und respektvoll skizziert (vgl. Vorarlberger Nachrichten vom 21.3.2020).

Mit „Leichte Böden“ hat David Fuchs ein Thema aufgegriffen, das im Prinzip alle Menschen früher oder später betrifft –auch wenn es viele als Tabuthema behandeln oder nicht wahrhaben wollen: Das Altern zwischen Hilfsbedürftigkeit und Autonomie.

Mehr Informationen: https://www.eventim-light.com/at/a/5ffc04ac8f154f653b5f36d6/e/6038b5658f154f653b5f3a64/
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