Stadtkurator*in

Als erste deutsche Metropole löste Hamburg 1981 mit dem Programm Kunst im öffentlichen Raum die bis dahin praktizierte Kunst am Bau ab. Der Stadtraum wurde für freie Projekte der Bildenden Kunst geöffnet, über die ein bedeutender Schritt in Richtung einer demokratischen Gestaltung von Stadtkultur verwirklicht werden konnte. Der experimentelle und fortschrittliche Anspruch des Programms hat weitreichende Maßstäbe gesetzt, sodass 2014 von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg das Projekt Stadtkuratorin ins Leben gerufen wurde.

Ziel war es, dem bisherigen Programm Kunst im öffentlichen Raum unter Einbeziehung seiner Historie und seiner aktuellen Entwicklungen eine zeitgemäße inhaltliche und strukturelle Perspektive zu geben. Eine unabhängig agierende kuratorisch wirkende Person sollte das Projekt mit einem eigenen künstlerischen Programm der Öffentlichkeit näherbringen. Stadtkuratorin sollte sich kritisch mit den städtischen Fragestellungen, ihren internationalen Kontexten und den in der Stadt vorhandenen künstlerischen Potentialen und Konflikten auseinandersetzen und in einer beratenden und vermittelnden Rolle die unterschiedlichen Interessen bündeln. Die Evaluation des Projekts ergab, dass dieses verstetigt und nachhaltig in der Stadtgesellschaft verankert werden soll. Ab 2024 übernimmt das Kunsthaus Hamburg die Trägerschaft und garantiert die Unabhängigkeit des Programms.

Ab Sommer 2024 ist die Stelle Stadtkuratorin (m/w/d) neu zu besetzen. Teil der Aufgabe ist der Aufbau des Büros Stadtkuratorin als Anlaufstelle, zur Bündelung und Vermittlung und die Dokumentation urbaner künstlerischer Prozesse. Zugleich sollen auch eigene kuratorische Initiativen entwickelt werden. Zweimal im Jahr sollen die geplanten Inhalte der Geschäftsführung des Kunsthauses vorgestellt werden.

Die Tätigkeit umfasst im Wesentlichen folgende Aufgaben:

  • das überregional und international vielbeachtete Projekt Stadtkuratorin neu zu strukturieren, zu verstetigen und inhaltlich sowie organisatorisch zu leiten
  • die experimentelle Ausrichtung des Förderprogramms Kunst im öffentlichen Raum zu stärken und innovative kuratorische Praxen zu fördern
  • durch eigene und/oder eingeladene kuratorische Positionen neue künstlerische Impulse zu setzen
  • die aktuellen Diskurse mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation zu verbinden und zu vermitteln
  • ein Konzept für eine mögliche dauerhafte Trägerstruktur zu entwickeln
  • die Zusammenarbeit mit der Kunstkommission und die Verzahnung mit dem regulären Förderprogramm (Open Call) strategisch beratend mitzugestalten
  • ein Konzept zu entwickeln, welches die bestehenden Kunstwerke im öffentlichen Raum berücksichtigt
  • Handlungsräume für Kunst in anderen städtischen Aktionsfeldern (z.B. in Prozesse der Stadt- und Landschaftsplanung) frühzeitig zu verankern und hier beratend und intervenierend zu agieren
  • Künstler*innen vor Ort bei der Planung und Realisierung von Projekten, die im Rahmen des Stadtkuratorin-Programms entstehen, zu beraten und zu unterstützen

Bewerbungsvoraussetzungen:

  • hervorragende kuratorisch-konzeptionelle Leistungen im Bereich Bildender Kunst / Kunst im öffentlichen Raum
  • fundierte Kenntnisse im Bereich Projektleitung, Budgetplanung, Öffentlichkeitsarbeit
  • und im Umgang mit öffentlichen Geldern
  • ausgewiesene Erfahrung im Umgang mit Förderorganisationen bzw. beim
  • Einwerben von Drittmitteln
  • Bereitschaft, über die Projektlaufzeit von 5 Jahren in Hamburg zu leben
  • kommunikative Kompetenz, Teamstärke, Flexibilität
  • sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse

Was wir bieten:

Die Position ist zunächst auf 5 Jahre befristet. Vergütung in Anlehnung an TVÖD 13. Für das Projekt Stadtkuratorin stehen jährliche Mittel von 250.000 Euro zu Verfügung. Darin enthalten sind das Honorar, Bürokosten, mögliche zusätzliche Honorare, Öffentlichkeitsarbeit sowie Mittel für die Realisierung von Projekten. Es besteht zudem die Möglichkeit, bei der Behörde für Kultur und Medien für die Realisierung von Projekten Drittmittel zu beantragen. Für darüberhinausgehende Bedarfe sollte Stadtkuratorin bereit und in der Lage sein, zusätzliche Mittel einzuwerben.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung bis zum 1. März und bitten um folgende Unterlagen: Motivationsschreiben (max. 3 Seiten, auf Deutsch oder Englisch) sowie Lebenslauf und Portfolio ihrer bisherigen kuratorischen Arbeit.

Wir setzen uns für Diversität und Inklusion ein. Unterschiedliche Hintergründe, Perspektiven, Herangehensweisen und Erfahrungen bereichern unser Miteinander. Wir freuen uns über Bewerbungen mit passenden Einstellungsvoraussetzungen.

Die Gespräche werden am 8. April stattfinden. Die ausgewählten Bewerber*innen werden dann aufgefordert sein, dem Gremium, bestehend aus Personen der Fachbereiche Kunst, urbane Praxis, dem Kunsthaus Hamburg und der Kunstkommission in Hamburg, ein ausgearbeitetes Konzept zu präsentieren. Die Reisekosten nach Hamburg werden erstattet.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Kunsthaus Hamburg

Anna Nowak / Theresa Strebling

+49 40 335803

bewerbung@kunsthaushamburg.de

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