kültüř gemma! Fellowship

Die Österreichische UNESCO-Kommission vergibt ab November 2021 ein kültüř gemma! Fellowship zum Themenbereich der Künstlerischen Freiheit. Die Ausschreibung richtet sich an Kunst- und Kulturakteur*innen, die sich, den Intentionen von kültüř gemma! entsprechend, selbst als Migrant*innen oder People of Color definieren.

kültüř gemma!
Ist ein Projekt zur Förderung migrantischer künstlerischer Arbeit. Wir vergeben jährlich freie Arbeitsstipendien und Fellowships an Wiener Kulturinstitutionen. Neben der finanziellen und ideellen Förderung einzelner Projekte versteht sich kültüř gemma! als kulturelle Vernetzungsplattform. Unser Ziel ist es, migrantische Positionen im mehrheitlich weißen Kulturbetrieb als Selbstverständlichkeit zu etablieren und der Pluralität der Stadt auch im kulturellen Leben gerecht zu werden.

Österreichische UNESCO-Kommission
Die Österreichische UNESCO-Kommission (ÖUK) ist die nationale Koordinations- und Verbindungsstelle der UNESCO. Ihre Aufgabe ist, die Bundesregierung, die Landesregierungen und die übrigen zuständigen Stellen in allen Fragen zu beraten, die sich aus der Mitgliedschaft Österreichs in der UNESCO ergeben; an der Verwirklichung der Programme mitzuarbeiten, die Öffentlichkeit über die Arbeit der UNESCO zu informieren sowie Institutionen, Fachorganisationen und Expert*innen mit der Organisation in Verbindung zu bringen.

Die Arbeit des Fachbereichs „Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ basiert auf dem UNESCO-Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen (2005). Herzstück des Übereinkommens ist die Sicherung eines Umfeldes, in dem sich eine Vielfalt an Kunst und Kultur frei entfalten kann und vor einer rein ökonomischen Betrachtungsweise geschützt ist. Zwar haben kulturelle Ausdrucksformen wie Literatur, Theater, Musik, Film oder bildende Kunst als Konsumgüter auch einen finanziellen Wert am Markt – ihr Wert erschöpft sich jedoch nicht darin.

In diesem Sinne beschäftigt sich der Fachbereich mit unterschiedlichen Fragestellungen zu Rahmenbedingungen künstlerischen und kulturellen Schaffens, wie u.a. Mobilität von Kunst und Kulturakteur*innen, faire Arbeitsbedingungen im Kunst- und Kultursektor, partizipative Politikgestaltungsprozesse im Feld sowie Künstlerische Freiheit.

Arbeitsschwerpunkt: Künstlerische Freiheit
Künstlerische Freiheit ist nicht gleich Kunstfreiheit. Denn, gem. UNESCO-Verständnis ergibt sich das Recht auf künstlerische Freiheit u. a. aus dem Recht auf künstlerisches Schaffen ohne Zensur oder Einschüchterungen, dem Recht auf soziale und ökonomische Absicherung (Stichwort: Fair Pay) oder dem Recht auf Beteiligung am kulturellen Leben. Das Sperren auf Social Media, die Erschwernis des Aufenthaltstitels oder versuchte politische Einflussnahme schränken Freiräume für Kunst und Kultur ein. „Mit dem digitalen Wandel geht zudem auch eine steigende Diskriminierung im Netz einher. So stellen beispielsweise die zunehmende digitale Überwachung und Online-Trolling eine Bedrohung für künstlerische Freiheit dar“ (ARGE Kulturelle Vielfalt, 2020).
Als Mitglied von Arts Rights Justice Austria dokumentiert die Österreichische UNESCO-Kommission Eingriffe von staatlicher wie auch von privater Seite, um den Ist-Zustand sowie Veränderungen zu verstehen und sichtbarer zu machen.

Fellowship
Ausgeschrieben wird ein Fellowship im Fachbereich „Vielfalt Kultureller Ausdrucksformen“ zum Arbeitsschwerpunkt Künstlerische Freiheit ab Anfang November 2021. Das Fellowship ist mit 1.300 Euro (Stipendium) monatlich dotiert und für einen Zeitraum von 6 Monaten befristet. Die Auszahlung erfolgt durch kültüř gemma!

Das Fellowship bietet die Möglichkeit, ein Projekt im Bereich Künstlerische Freiheit zu entwickeln und durchzuführen sowie sich in diversen Arbeitsbereichen des Fachbereichs zu beteiligen. Erwünscht ist eine Fokussierung auf einen Teilbereich der Künstlerischen Freiheit (u.a. Digitales Umfeld, Mobilität, politische Einflussnahme )1, welche in Zusammenarbeit mit der ÖUK definiert werden kann.

Die Ausschreibung richtet sich an Kunst- und Kulturakteur*innen, die sich, den Intentionen von kültüř gemma! entsprechend, selbst als Migrant*innen oder People of Color definieren. kültüř gemma! orientiert sich an diesem Ansatz, um Stimmen, Perspektiven und Communities in den Mittelpunkt zu stellen, die in Machtpositionen in künstlerischen und kulturellen Institutionen unterrepräsentiert sind.

Inhalte und Formate des Fellowships
Entwicklung eines Projekts im Bereich der Künstlerischen Freiheit, u.a. kommen folgende Aktivitäten in Frage:

  • Screening zu Einschränkungen Künstlerischer Freiheit und des Status Quo (Rechercheaktivitäten, u.a. Desk Research, Interviewführung mit Kulturakteur*innen anhand des bestehenden Monitoring-Systems zu Einschränkungen künstlerischer Freiheit in Österreich)
  • Schaffung von bewusstseinsbildenden Maßnahmen & Vernetzung im Kunst- und Kultursektor zu Fragilität Künstlerischer Freiheit in Österreich und/oder in anderen Ländern, u.a. durch Konzeption und Durchführung eines Workshops, von Netzwerktreffen oder Diskurs-Veranstaltungen
    Beteiligung an diversen Projekten im Fachbereich „Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Qualifikationen und Voraussetzungen

  • Erfahrung in kulturpolitischer, wissenschaftlicher Arbeit oder (ehrenamtlicher) Tätigkeit im Kunst- und Kultursektor
  • Kenntnisse im Themenbereich Künstlerische Freiheit bzw. eines Teilbereichs
  • Interesse an der kulturpolitischen Landschaft und den aktuellen Entwicklungen international und in Österreich
  • Lebensmittelpunkt in Wien
  • Sprachkenntnisse Deutsch/Englisch (Grundkenntnisse in Deutsch erforderlich, zusätzliche Sprachkenntnisse sind von Vorteil)

Wir ermutigen Personen mit allen Formen von Wissen und Expertise, einschließlich jener mit nichtakademischem, nichtinstitutionellem Hintergrund, sich zu bewerben.

Bewerbungsunterlagen und Einreichung
Einzureichen ist bitte:

  • ein Motivationsschreiben (max 1 A4-Seite) aus dem klar hervorgeht: warum Sie sich für ein Fellowship zum Themenbereich der Künstlerischen Freiheit bei der Österreichischen UNESCO-Kommission bewerben und an welchem Teilbereich der Künstlerischen Freiheit Sie besonders interessiert sind
  • ein aussagekräftiger Lebenslauf (max. 2 A4-Seiten)

Deadline
Der Bewerbungsschluss ist der 3. Oktober 2021. Bitte senden Sie Ihre Unterlagen an: fellowship@kueltuergemma.at

Die Auswahl des Fellows erfolgt durch die ÖUK gemeinsam mit kültüř gemma! Bewerbungsgespräche finden am 21./22. Oktober 2021 in den Räumlichkeiten der ÖUK oder online statt.

Fragen an kültüř gemma!
Catrin Seefranz
Tel: 0699 11 66 7000
E-mail: office@kueltuergemma.at

Fragen an ÖUK:
Klara Koštal
Tel. 01 526 13 01 18
kostal@unesco.at

Bitte senden Sie die Bewerbung bis 3. Oktober 2021 an: fellowship@kueltuergemma.at

1 Die Teilbereiche ergeben sich aus den unterschiedlichen völkerrechtlichen Bestimmungen, auf denen der Begriff basiert. https://en.unesco.org/creativity/sites/creativity/files/artistic_freedom_pdf_web.pdf; Weiters können die Teilbereiche den „Arten der Einschränkung bzw. Verletzung Künstlerischer Freiheit im Monitoring Dokumentationsformular entnommen werden: Kunstfreiheit in Österreich – Monitoring – Österreichische UNESCO-Kommission

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