Gegründet um zu bleiben...

Die Situation von Pangea aus der Sicht der Mitarbeiterin Amra Racic.

Wie bereits schon in nebenstehendem Artikel erwähnt, ist Pangea nun seit 2005 ein eigenständiger Verein. Und seit Anfang des Jahres bangen wir um unsere Existenz. So ein Verein kostet Geld, da gibt’s Miete und Betriebskosten, Strom und Gas, laufende technische Kosten, das Personal und und und. Förderzusagen hatten wir, die Betonung liegt auf hatten. Jetzt haben wir schon Mitte September und bis auf ein paar kleinere Geldbeträge hat sich nicht viel verändert in dieser Hinsicht. Alle Versuche die wir unternommen haben, die Stadt Linz doch noch als Fördergeberin zu gewinnen sind gescheitert.

Was wir als Medienwerkstatt mit Schwerpunkt MigrantInnen machen, was für eine Arbeit wir leisten, scheint dort niemanden zu interessieren. Seitens der Sozialabteilung des Landes OÖ wurde auch sehr wenig Verständnis und Interesse für die Medienwerkstatt bekundet. Mir scheint, wir sind dort eine Akte von vielen, die auf ihre Bearbeitung wartet. Eine Angestellte meinte, ihre Prioritäten lägen wo anders: Deutschkurse gehörten gefördert und nicht unser Verein, denn das bisserl Fotografieren und im Internet chatten könnten die Jugendlichen auch anders wo. Es gäbe ja genügend Internetcafes in Linz. Ja und wir wären ja so überaus kreativ, es würde uns schon was einfallen, wie wir andere Mittel und Wege aus dieser Krise finden könnten.
Warum wir wollen, dass es uns doch noch weiterhin gibt

Eine Medienwerkstatt in der Form, wie wir sie führen, gibt es in ganz Oberösterreich nicht. Es besteht Bedarf, dies bestätigen uns die zahlreichen Jugendlichen, die zu Pangea kommen. Fast jede Woche werden drei neue User registriert und für viele ist Pangea die zweite Anlaufstelle in ihrer „neuen Heimat„. Obwohl die jetzige Stimmung sehr erdrückend und kein Ende dieser prekären Situation in Sicht ist, sind wir noch immer motiviert unsere Arbeit fortzusetzen und Pangea nicht in der Versenkung verschwinden zu lassen.

Amra Racic

Amra Racic arbeitet für die interkulturelle Medienwerkstätte Pangea.