Massenkompatibler Sexismus!

Heute bitte ich Sie mich in meine Wohnstadt zu begleiten, wo das Betreten der Niederungen geradezu en vogue zu sein scheint.
Betreten wir Wels „die Stadt“ und sehen wir, was dort als lustig gilt.

Die Kasperliade rund um das Konzert von AC/DC dürfte hinlänglich bekannt sein.
Das Wels sich hier nicht mit Ruhmes-Lorbeeren geschmückt hat auch.
Aber jetzt „Lachen die Welser über sich selbst“. Und das tun sie mithilfe von T-Shirts, die vom Stadtmarketing vertrieben werden, auf denen weiß auf schwarz geschrieben steht: „Wir sind gut ...... ZU VÖGELN.“

Was für ein Humor!
Ohne das Bild vom Stammtisch überstrapazieren zu wollen, aber in manch alkoholgetränkter Herrenrunde mag diese Art von Humor noch ihre Gültigkeit haben. Ein Stadtmarketing als ausgelagerter Betrieb der Stadt sollte über den Verdacht des Dauerrausches erhaben sein.

Was ist denn die Kritik daran, ist doch eh lustig?
Ja, vielleicht am Stammtisch. Hier wird dumpfer Sexismus vorgeführt. Hier wird sexistisches Sprechen salonfähig gemacht. Hier wird nicht einmal eine Sekunde lang nachgedacht.

Viele werden sich das T-Shirt kaufen. Viele werden es (hi,hi) lustig finden.
Der Auftrag einer Politik die sich als solche versteht müsste sein, gegen diskriminierende Handlungs- und Denkweisen vorzugehen und Maßnahmen zu setzen die diesen entgegenwirken.
In Wels zeigen sie vor, wie es gelingt Dumpfheit von oben herab zu forcieren.

Verfasst von Anonymous (nicht überprüft) am 10. Mai 2010 - 19:54.

ich, Rosinante!

Verfasst von anonymous (nicht überprüft) am 10. Mai 2010 - 11:49.

Man kennt das ja. Man schreibt, für oder an die einem nahe Community, zum Beispiel in der KUPF Zeitung oder VersorgerIn. Da kann man aber sicher auch fragen, warum man das tut, weil die Positionen relativ klar sind. Man ist gegen Sexismus, Rassismus, ect. Der Anspruch ist hoch, zu hoch und manchmal wird man dem deshalb auch nur schwer gerecht. Sagt man noch "Schwarze", "mit schwarzen Wurzeln" oder kann man schreiben "fallen wegen der Hautfarbe auf"? Dann kann man aber nur hoffen, dass die Leserin die Polemik erkennt, trotzdem man der Ansicht ist, dass es zum Teil auch stimmt: der Andere fällt einfach auf ... PC (politisch korrekt) ist das aber nicht.
Was "die Anderen" (Welser Lustikusse) betrifft, hab ich manchmal den Eindruck, dass wir die eh nicht erreichen. Bei Scheidungen nennt man das "unüberbrückbare Differenzen" (im Fernsehen sagen sie das zumindest in "Ameriga"). Wenns um das Argument des Geldes geht: "wir" zahlen diese Katastrophen-Leiberl mit, dann muss man auch sagen, dass "die" "unseren KUPF IT" mitgezahlt haben. Quid pro quo. Naja, dann bleibt noch der Informationswert. Wissen, was der Feind denkt. Und das ist ja auch nicht das Schlechteste. Das ist wie Kronen Zeitung lesen ... und dann wissen, das "die" sowas lustig finden. Aber einwirken kann man darauf vermutlich nicht, sag ich mal ganz pessimistisch.

Verfasst von stefanhaslinger am 10. Mai 2010 - 15:56.

Natürlich hat das ganze etwas von einem Windmühlenkampf. Aber deshalb lieber vorbeireiten und nicht dagegen anrennen.
Es gab mal die "Theorie", dass wir einfach die Neonazis nicht mehr thematisieren sollen, weil es sie dann eh nicht mehr interessiert und sie aufhören. Wird wohl nichts gewesen sein.
Das Geld-Argument von dem Du sprichst, habe ich übrigens nicht gebracht. Und wenn das schon Thema werden sollte, dann wäre ich für die Möglichkeit meine Steuern zweckzuwidmen.
Solange es noch geht soll gegen die Dumpfheit angeschrieben werden.

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